Fünf Fragen an die Diplomierte Behindertenpädagogin ...

Fünf Fragen an die Diplomierte Behindertenpädagogin ...

Ruth König, Diplomierte Behindertenpädagogin

In der Diakonie de La Tour werden Menschen im Autismus-Spektrum (MiAS) in unterschiedlichen Wohn- und Arbeitsangeboten begleitet. Es gibt auch eine kostenlose Beratungsstelle für Menschen im Autismus-Spektrum und deren Angehörige, an die man sich bei Fragen gerne wenden kann. Ruth König  ist Dipl. Behindertenpädagogin und Leiterin dieser wichtigen Einrichtung. Sie erzählt über ihre beruflichen Freuden und Herausforderungen.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf am meisten?
Mir gefällt die Herausforderung, diesen neuen Arbeitsbereich der Diakonie de La Tour, die Beratung MiAS (Menschen im Autismus-Spektrum) aufzubauen und zu gestalten. Menschen im ASS sind für mich persönlich sehr spannend und bereichernd und ich sehe es als Herausforderung, jeden Tag aufs Neue ein bisschen mehr in ihre Welt eintauchen zu dürfen und die Welt mit anderen Augen zu sehen. Mein Job ist sehr abwechslungsreich und wird nie langweilig und in den Beratungen entstehen schöne Gespräche und die Möglichkeit, die Menschen ein Stück weit auf ihrem Weg zu begleiten und sie in ihrem Leben zu unterstützen, macht mich glücklich.

Was ist das Schwierigste an Ihrem Job?
Es gibt immer wieder schwierige Situationen in meiner Arbeit. Einen Weg zu finden, Zugang zu meinen KlientInnen zu finden, stellt mich manchmal vor eine große Herausforderung. Was bei einem/r Klienten/-in gut ankommt und erfolgreich ist, bleibt bei einem/r anderen Klienten/-in oft erfolglos. Es gibt für mich kein Rezept im Umgang mit Menschen im ASS, keine Strategie, die immer funktioniert und das bedeutet für mich persönlich, immer wieder kreativ zu sein und kreativ zu denken, um zu einem Erfolgserlebnis zu kommen. Natürlich kann man nicht immer helfen und muss auch akzeptieren können, dass es Situationen gibt, in denen man scheitert und die Pläne und Träume, die man hat nicht immer verwirklicht werden können.

Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?
Auch mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich und spannend. Da ich auch mobile Betreuung anbiete, fahre ich auch zu den KlientInnen nach Hause und bin viel unterwegs. Es gibt immer ein Erstgespräch für die KlientInnen oder deren Angehörige, welches in der Beratung MiAS, hier in Harbach stattfindet. In diesem Gespräch geht es vor allem um Informationssammlung, ein persönliches Kennenlernen und um die erste Planung, wie die weitere Beratung aussehen sollte. Wir bieten Einzelförderungen und soziales Training für Menschen im ASS an, aber auch Beratungen für Angehörige oder Einrichtungen, die mit Menschen im ASS zusammenleben oder arbeiten. Viele meiner KlientInnen kommen regelmäßig in die Einzelberatung, um einfach nur zu erzählen, welche Schwierigkeiten sie im Alltag begleiten und holen sich Unterstützung, um den Alltag anders oder besser zu meistern. Die soziale Kompetenzgruppe besuchen im Moment 5 Menschen mit Asperger-Syndrom und wir erarbeiten und üben gemeinsam soziale Kompetenzen, die KlientInnen tauschen sich gegenseitig aus und fühlen sich oft durch andere Betroffene besser verstanden. Die Gruppe trifft sich 14-tägig und wird sehr gut angenommen.

Warum haben Sie sich für die Diakonie de La Tour als Arbeitgeber entschieden?
Am Anfang meiner Berufslaufbahn habe ich schon in der Diakonie de La Tour gearbeitet, nach meiner Karenz und durch viele verschiedene Umstände, bin ich dann nicht mehr zurückgekommen und habe andere Erfahrungen gemacht. Ich war aber immer fest davon überzeugt, irgendwann wieder für die Diakonie de La Tour zu arbeiten und seit Juni 2018 darf ich nun die Beratung MiAS aufbauen und bin sehr glücklich darüber. Die Diakonie de la Tour ist ein fairer und wertschätzender Arbeitgeber und das „Miteinander“ wird hier auch gelebt. Das ist mir persönlich sehr wichtig und auf keinen Fall selbstverständlich.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es in der Diakonie de La Tour mit Ihrer Ausbildung? 
Nachdem die Beratung MiAS ein neuer Bereich ist und ich die Ehre habe, diese aufzubauen, sehe ich ein großes Entwicklungspotenzial und stelle mich dieser Herausforderung gerne. Nachdem man auch laufend Fort- und Weiterbildungen ermöglicht bekommt, ist ein professionelles und reflektiertes Arbeiten mit viel Hintergrundwissen sichergestellt.