Fünf Jahre JUNO Villach der Diakonie de La Tour: Ein Bett, ein offenes Ohr, ein Essen:

29.03.2021

Fünf Jahre JUNO Villach der Diakonie de La Tour: Ein Bett, ein offenes Ohr, ein Essen:

5 Jahre JUNO: Am Bild (v.l.) Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser, Fachbereichsleiter Matthias Liebenwein, JUNO-Leiterin Marie Danko, Bürgermeister Günther Albel, Fachbereichsleitung Stellvertreterin Astrid Petritsch, LH-Stv. Beate Prettner und Rektor Hubert Stotter

(Villach, 19.02.)Wohnungs- und obdachlosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 12 und 21 Jahren einen sicheren Ort zum Übernachten anzubieten, war der Grund, warum das Land Kärnten, die Stadt Villach und die Diakonie de La Tour dieses Angebot gemeinsam ins Leben gerufen haben.

So wurde das Übernachtungsangebot bis zu 1.300 Mal pro Jahr in Anspruch genommen, aber auch die Beratungsstelle war sehr gefragt. Insgesamt gab es in den fünf Jahren über 15.000 Mal Hilfe und Unterstützung in allen Lebenslagen durch das Team der JUNO Villach. „Viele kommen auch, um zu essen, zum Duschen, Wäsche zu waschen, miteinander zu reden und schlafen nicht bei uns, sondern bei Freunden auf der Couch. Wir sind aber für sie alle da“, erzählt Marie Danko, die Leiterin der JUNO Villach.

Ausweitung des Angebotes

 „Es hat sich aber rasch gezeigt, dass es mehr braucht“ so Marie Danko. Wir haben schon 2018 unser Angebot ausgebaut. „Mit dem Projekt „EXTRA“ unterstützen wir seitdem die Jugendlichen bei der Wohnungssuche und begleiten sie mit Rat und Tat durch die erste Zeit in der eigenen Wohnung. Hilfe ist hier dringend notwendig, damit auch alles gut funktioniert und keine Delogierung droht.“ Wichtigster Partner dabei ist die Stadt Villach und das gute Netzwerk anderer Hilfsorganisationen. „Dafür sind wir sehr dankbar“, so Danko. Finanziert wird das EXTRA-Angebot über Spenden – „auch das Land Kärnten wird bei der Finanzierung tatkräftig unterstützen“, gibt Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner bekannt. „Die Jahresförderung für die JUNO Villach beträgt seitens des Landes 409.000 Euro. Zusätzlich wird es für das EXTRA-Angebot eine Förderung für das laufende Jahr in Höhe von rund 65.000 Euro geben“, konkretisiert Prettner. „Das zusätzliche Angebot macht wirklich Sinn, ist effektiv und nachhaltig“, ist die Sozialreferentin überzeugt. „Eine Übernachtung ist die erste Hilfe. Eine eigene Wohnung zu bekommen, diese zu behalten und selbständig zu werden ist das langfristige Ziel“ erklärt Danko die Arbeit dieses Projekts. 

Bürgermeister Günther Albel und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser unterstützen das Projekt JUNO seit Beginn kräftig und aus vollster Überzeugung. Bürgermeister Albel: „Das Leben spielt nicht immer so, wie man gerade möchte. Die JUNO hat sich als wichtiger Ankerplatz bewährt und ist ein bedeutender Baustein des sozialen Netzwerkes in unserer Stadt. Das engagierte Team leistet von Beginn an ausgezeichnete, hochqualifizierte Arbeit bei der Unterstützung der jungen Menschen.“

Sozialreferentin Sandriesser ergänzt: „Die Jugendlichen finden hier in der Marksgasse nicht nur einen Schlafplatz, sie können sich auch vertrauensvoll an die geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wenden. Ich freue mich, wieviel Akzeptanz diese Einrichtung gefunden hat und welch großes Netzwerk hier entstanden ist. Jeder Euro, den wir in die Zukunft unserer Jugend investieren, ist ausgezeichnet angelegtes Geld. Als Stadt Villach tragen wir die Miet- und Betriebskosten in der Höhe von rund 40.000 Euro pro Jahr für die JUNO. Zusätzlich stellen wir einen Investitionskostenzuschuss für die JUNO von jährlich mehr als 4300 Euro zur Verfügung.“   

Corona-Pandemie als Herausforderung

Mit dem ersten Lockdown im März 2020 standen die Jugendlichen und somit auch die JUNO Villach vor einer großen Herausforderung. Wohin sollen die Jugendlichen, wenn die JUNO um 9.00 Uhr in der Früh schließt und es Ausgangsbeschränkungen gibt? Kurzerhand hat man sich entschlossen, die JUNO den ganzen Tag offen zu halten, um allen Besucher/innen auch tagsüber einen sicheren Ort anbieten zu können. Auch dieses Angebot ist stark nachgefragt. Gerade in dieser Zeit war auch die Unterstützung der Stadt Villach besonders wichtig, durch das enge Netzwerk konnten für manche Jugendlichen schnell dringend benötigte Wohnungen gefunden werden.

Dank an Spender/innen und Unterstützer/innen

„Oft stehen Jugendliche, die nicht mehr als einen Rucksack und einen Schlafsack haben, bei uns vor der Tür“, erklärt Marie Danko. „Es gibt aber mittlerweile ein Netzwerk an Freunden/-innen, Unterstützern/-innen und Partnern/-innen, die uns immer wieder mit Sach- und Geldspenden helfen. So können wir den Jugendlichen nicht nur in der Einrichtung ein Essen anbieten, sondern auch etwas mitgeben oder mit ihnen gemeinsam Winterschuhe oder eine benötigte Jacke besorgen. Dank eines großzügigen Spenders haben wir es auch geschafft, einen Jugendlichen mit Möbeln bei seinem Start in eine Wohnung zu unterstützen. Eine ganz wichtige Hilfe bei dem Weg aus der Obdachlosigkeit hin zu Wohnung und Job“.

Das Leben in der JUNO Villach

Die Jugendlichen, die hier übernachten, kommen aus unterschiedlichsten Gründen. Gemeinsam haben alle ein gerade nicht vorhandenes räumliches oder soziales Zuhause. Hier springt die JUNO Villach ein. Neben dem sicheren Bett wird gemeinsam gekocht, gespielt und gelacht, über Probleme geredet und weitergeholfen. „Das offene Ohr ist oft genauso wichtig wie das Bett, das wir anbieten können. Großes Ziel ist es, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen soweit zu unterstützen, dass sie uns nicht mehr brauchen. Das gelingt uns sehr gut und wir freuen uns, dass wir manchmal Jahre später hören, wie gut es den Jugendlichen mittlerweile geht und sie dankbar sind, dass wir sie eine Zeit auf ihrem Weg begleitet und unterstützt haben.“

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