Gesund lieben in Kärnten

20.08.2019

Gesund lieben in Kärnten

Am 01.08.19 fiel der Startschuss für das kärntenweite Aufklärungs- und Präventionsprojekt „GliK – Gesund lieben in Kärnten“. In den fünf Monaten bis Jahresende soll Menschen mit Fluchterfahrung durch aufsuchende sozial- und tanzpädagogische Workshops ein gesundheitsfördernder Zugang zu den Themen Liebe, Beziehung und Sexualität vermittelt werden.

„GliK“ wird aus Mitteln des Landes Kärnten sowie der Stadt Villach gefördert und ist eine Kooperation der aidsHilfe Kärnten, des Vereins freitanz sowie der Diakonie de La Tour. Zielgruppe sind junge geflüchtete Menschen aller Geschlechter im Alter von 12 bis 30 Jahren. Durch das Projekt sollen diese u. a. Informationsimpulse zur Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten wie z. B. HIV erhalten, ihr Risiko einschätzen und entsprechend selbst gesundheitsfördernd handeln, sowie positiv besetze Aufklärungsarbeit erfahren können.

Das eigens hierfür entwickelte sozialpädagogische Workshopsformat basiert auf internationale Standards (WHO/BZgA, IPPF, UNESCO) in der Sexualpädagogik. Workshops werden von jungen, facheinschlägig qualifizierten Trainer*innen in geschlechtshomogenen Gruppen abgehalten, und durch eine*n Dolmetscher*in begleitet.
Um auch dem körperlichen Ausdruck Raum zu geben, wird parallel mit einer vorausgewählten Gruppe Jugendlicher ein fortlaufender tanzpädagogischer Theaterworkshop durchgeführt. Die Workshops fördern soziale Kompetenz, Toleranz und Respekt gegenüber sich selbst, den anderen und dem Körper im Allgemeinen und in speziellen Kontexten.

Ziel ist eine gemeinsam geschaffene Tanztheaterperformance zu den Themen des Projekts.

Insgesamt verfolgt das Konzept einen säkularen, kulturliberalen sowie diskursorientierten Ansatz und möchte durch Wissensvermittlung und Enttabuisierung einen Beitrag für gesundheitsbewusste sexuelle Selbstbestimmung in einer pluralistischen Gesellschaft und zur Senkung der Übertragungen von sexuell übertragbaren Krankheiten leisten.

Beitrag zur Gesundheitsförderung in Kärnten

Ausgangspunkt für die Projektidee ist der aus einer Vielzahl von Gründen sehr hohe Bedarf der Zielgruppe an sexueller Bildung und Gesundheitsförderung bei gleichzeitig noch unzureichender Angebotslage für Geflüchtete in Kärnten. Unter anderem erschweren soziokulturelle und sprachliche Barrieren den Informationszugang und damit die Überwindung von teilweise vorhandenem Stigma oder Tabuisierung im Zusammenhang mit dem Thema Sexualität. Existentielle, ökonomische oder soziale Probleme lassen die eigene Gesundheit außerdem oft in den Hintergrund rücken.

Die Förderung und Durchführung von „GliK“ setzt ein Zeichen zur Mitwirkung an den Rahmengesundheitszielen für Kärnten, indem ein Beitrag zur Erhöhung gesundheitlicher Chancengerechtigkeit, sowie zur Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung geleistet wird.

Die Projektkoordination der Diakonie de La Tour steht ab sofort für Anfragen zum Projekt allgemein, sowie zur konkreten Abhaltung von Workshops zur Verfügung (Kontakt, Frau Verena Gabriel, BA; Mobil +43 (0)664 88654883, eMail verena.gabriel@diakonie-delatour.at). Die Durchführung der sozialpädagogischen Workshops findet von Mitte September bis Ende Dezember nach Vereinbarung in Unterkünften für Erwachsene oder unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, sowie an anderen niederschwellig zugänglichen Orten und Treffpunkten der Zielgruppe statt. Die etwa 4-stündigen Workshops sind sowohl für die Teilnehmer*innen, als auch anfragende Organisationen, Betriebe und Sozialdienstleister vollkommen kostenfrei.

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Projektbeschreibung

 

Das Projekt „Gesund lieben in Kärnten“ wurde auf Initiative der Projektpartner aidsHilfe Kärnten, des Vereins freitanz sowie der Diakonie de La Tour zur gemeinschaftlichen Abhaltung sexualpädagogischer Workshops für die Zielgruppe geflüchteter Menschen in Kärnten ausgearbeitet.

Geflüchtete Menschen sind im Zugang zu Informationen der sexuellen Bildung oft benachteiligt. Umgesetzt werden daher tanzpädagogische Theaterworkshops sowie dolmetschergestützte, sozialpädagogische Workshops in einschlägigen Settings geflüchteter Menschen durch facheinschlägig qualifizierte Personen und mit Unterstützung von zu qualifizierenden, ehrenamtlichen Personen.

Im Projektzeitraum 2019 sollen insgesamt 10 sozialpädagogische Workshops für zumindest 150 Teilnehmer*innen (40% Frauen), insbesondere für asylsuchende und asylrechtlich positiv beschiedene Menschen sowie zumindest 1 tanzpädagogischer Theaterworkshop (12 Termine) für zumindest 10 geflüchtete Menschen durchgeführt werden.

Übergeordnetes Ziel ist die niederschwellige sowie positiv besetze Aufklärung- und Präventionsarbeit zu den Themen Liebe, Sexualität und Beziehung. Workshops finden kärntenweit aufsuchend, u.a. in Grundversorgungsquartieren, statt.

Das Projekt GliK - Gesund lieben in Kärnten wird aus Mitteln des Landes Kärnten durch die Abteilung Gesellschaft und Integration, die Abteilung Kunst und Kultur und das Referat für Frauen und Gleichbehandlung sowie die Stadt Villach und durch den Verein aidsHilfe gefördert. Die Finanzierung nicht förderbarer Kosten erfolgt durch die Diakonie auf Spendenbasis.

Die Diakonie de La Tour ist mit mehr als 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und rund 90 Einrichtungen in Kärnten, Osttirol und der Steiermark eine der größten Sozial-, Gesundheits- und Bildungsorganisationen im Süden Österreichs. Mehr als 10.000 Menschen werden jährlich stationär und mobil von der Diakonie de La Tour betreut, darunter Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen, Menschen mit Behinderungen und mit Assistenzbedarf, Kinder, Schülerinnen und Schüler, Menschen mit Erkrankungen und Suchtproblematiken, Menschen im Alter sowie Menschen auf der Flucht. Soziales Engagement, orientiert an christlichen Werten, wird bei uns seit über 145 Jahren gelebt.

Die Diakonie de La Tour ist Mitglied der Diakonie Österreich, einem der fünf großen Wohlfahrtsverbände in Österreich.  

Die aidsHilfe Kärnten ist seit 1991 das Kompetenzzentrum für sexuelle Gesundheit unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft und sexueller Orientierung sowie für die Betreuung von HIV Positiven in allen Lebensbereichen und für Advocacy - strategischer Themenanwaltsschaft in gesellschafts-, sozial- und arbeitsmarktpolitischen Belangen.

Der Verein freitanz macht, vermittelt und lebt zeitgenössischen Tanz. freitanz arbeitet in zirkulären Prozessen, betrachtet Themen ganzheitlich, versteht sich in der thematischen Umsetzung als transdisziplinär und kooperiert und agiert mit Kunstsparten wie Musik, Videokunst, Schauspiel, Medienkunst, Literatur und Bildende Kunst. freitanz erarbeitet, produziert und präsentiert zeitgenössische Tanzstücke und Performances. freitanz vermittelt zeitgenössischen Tanz in Form von Kursen und Workshops und choreografiert in Projekten mit Kindern und Jugendlichen.

Mag. Hansjörg Szepannek Mag. Hansjörg Szepannek Leitung, Presse

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