Presseinformationen der Diakonie de La Tour

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Das Arbeitsmarktprojekt „A:Life“ startet mit zusätzlichen Schwerpunkten neu durch. Seit 2016 bietet es geflüchteten Menschen die Chance auf eine nachhaltige Erwerbsintegration in Kärnten.

Klagenfurt, 13.03.2019: Alles begann Ende 2015 mit einer Idee von Sabine Herlitschka, der Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG, zum steigenden Bedarf nach Integration von asylberechtigten Menschen. Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen wurde das Konzept nun um den Vermittlungsschwerpunkt Touristik erweitert und wird als EUProjekt mit einer Kofinanzierung durch das Land Kärnten, LHStv.in Gaby Schaunig, von der Diakonie de La Tour durchgeführt.

A:Life („ein Leben“) steht für Asyl und Lehre in Kärnten bzw. eine angebotene Perspektive zur nachhaltigen Erwerbsintegration in die ansässige Industrie und den Tourismus (Hotellerie & Gastronomie). Am 18. März 2019 startet der nächste Kurs und bietet 30 asylrechtlich positiv beschiedenen Menschen die Chance auf eine Lehrstelle am ersten Arbeitsmarkt.
Die Zuweisung geeigneter KandidatInnen erfolgt dabei durch das AMS Kärnten und den gemeinnützigen Verein Institut für Arbeitsmigration (IAM). Dort kann man sich noch bis Mitte März für die Teilnahme vormerken lassen.
Um fachliche aber vor allem sprachliche Hindernisse zu beseitigen werden die TeilnehmerInnen nach ihrer Auswahl durch eine intensive Vorqualifikation (4,5 Monate) auf die Berufsschule und ihre Lehrbetriebe vorbereitet; zuletzt zeichnete sich hierfür immer die Kärntner Berufsförderungsinstitut GmbH verantwortlich. Auch zwei mindestens dreiwöchige betriebliche Praktikumsphasen sind vorgesehen, um interessierten Betrieben und TeilnehmerInnen eine praktische Vorauswahl zu ermöglichen.
Über die gesamte, einjährige Projektdauer wird u. a. das TeilnehmerInnen-Coaching und die Arbeitsvermittlung von einem facheinschlägig qualifizierten Team der Diakonie de La Tour durchgeführt. In Kombination mit der ebenfalls dort angesiedelten, sozialpädagogischen Betreuung reichen die Leistungen von einer niederschwelligen fremdenrechtlichen Beratung über soziale Arbeit bis hin zur Krisenintervention. In den letzten Jahren konnten somit jeweils, drei Monate nach Ende der AMS finanzierten Maßnahmen, Vermittlungsquoten für 2016 von 50,4%, für 2017 von 65,5% und für 2018 von voraussichtlich 80,8%, erreicht werden.

Ein hochkarätiger Beirat aus ständigen VertreterInnen des Landes Kärnten, des AMS Kärnten und IAM, der Industriellenvereinigung Kärnten, der Wirtschafskammer Kärnten sowie der Infineon Technologies Austria AG begleitet das überbetriebliche Arbeitsmarktprojekt.

„Ein Projekt wie A:Life wäre ohne das Engagement der Projektgruppe, insbesondere aber die Unterstützung der beteiligten hochkarätigen Betriebe nicht möglich“ sagt Pfarrer Mag. Dr. Hubert Stotter, Rektor der Diakonie de La Tour. „In den letzten Jahren konnten für insgesamt 53 TeilnehmerInnen Lehr- und Beschäftigungsverhältnisse in 28 Betrieben am ersten Arbeitsmarkt abgeschlossen werden. A:Life bietet neue Perspektiven für Menschen mit Fluchterfahrung und die Kärntner Wirtschaft. Es leistet einen Beitrag zur Förderung von nachhaltiger Beschäftigung ebenso wie sozialer Inklusion.“

Peter Wedenig, stellvertretender Landesgeschäftsführer des AMS Kärnten, zum Projekt A:Life: "Den teilnehmenden Personen bieten diese Arbeitsplätze Perspektiven und die Chance, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Gleichzeitig entspricht das Projekt auch einem großen gesellschaftlichen Anliegen, denn es ist ein konkreter Beitrag zur Integration von Asylberechtigten in den Arbeitsmarkt. Gerade wenn es um junge Menschen geht, ist es von besonderer Bedeutung, allen einen chancengleichen Zugang zu Bildung und Arbeit zu ermöglichen und sie bestmöglich zu qualifizieren. Denn eine gute Ausbildung ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Und die jungen Menschen von heute sind auch die Fachkräfte von Morgen.“

Erfahrungen der Betriebe

Sabine Herlitschka, Infineon Austria-Vorstandsvorsitzende, wesentliche Initiatorin der ersten Durchführung des Projektes: „Ich sehe es auch drei Jahre nach Start dieser Initiative als zentralen Faktor für eine gelungene Integration an, junge Menschen mit Asylberechtigung rasch in die Arbeitswelt einzugliedern. Damit geben wir ihnen eine Zukunftschance und können zusätzliche Potenziale für den Arbeitsmarkt, vor allem in Mangelberufen, nutzen. In den letzten drei Jahren haben acht Lehrlinge aus diesem Projekt heraus bei uns am Standort Villach eine Lehre gestartet. Und das mit Erfolg: sie bewähren sich nicht nur beruflich bestens, sondern auch menschlich. Als Unternehmen, in dem Menschen aus 60 Nationen arbeiten, erleben wir schon lange den Vorteil von Diversität und setzen ihn bewusst ein. Ich freue mich persönlich sehr, dass die Maßnahmen wirken und fortgesetzt werden:“ „Ich kann derartige Projekte nur jedem ans Herz legen,“ so Dominik Tiefenbacher, F&B Manager der Naturel Hotels & Resorts GmbH am Faaker See. Da der Betrieb immer wieder Integrations-Lehrlinge aufnimmt, war eine Teilnahme an einem Arbeitsmarktprojekt der Diakonie de La Tour für ihn und seinen Betrieb selbstverständlich. Die Zusammenarbeit zwischen dem Betrieb und den sozialpädagogischen Betreuungspersonen der Diakonie de La Tour hebt er besonders hervor. Aus ihr hat sich vergangenen Sommer auch ein Lehrverhältnis für den Betrieb ergeben. „Ich habe selten einen so bemühten und freundlichen Auszubildenden gesehen und freue mich schon auf weitere Kooperationen im Jahr 2019 im Zuge von A:Life 2019.“

Interessierte Personen können sich noch bis Mitte März beim AMS Kärnten oder dem Institut für Arbeitsmigration (IAM) für die Teilnahme vormerken lassen.

Projektbeschreibung

Das Projekt A:Life 2019 ist die Fortsetzung der vormals gleichnamigen landes- und AMSgeförderten Maßnahmen von 2016-2018 auf Jahresbasis. A:Life steht dabei für Asyl und Lehre in Kärnten bzw. eine angebotene Perspektive („ein Leben“) zur Erwerbsintegration in die ansässige Industrie und den Tourismus (Hotellerie & Gastronomie) mittels Vorqualifikation und Lehrstellenvermittlung am ersten Arbeitsmarkt (4,5 Monate) sowie parallel und anschließend stattfindender sozialpädagogischer Begleitung (12 Monate) durch die Diakonie de La Tour.
Im Projektzeitraum ist ein Durchlauf für 30 TeilnehmerInnen für 2019-2020 vorgesehen. A:Life bedient sich hierfür einem etablierten Netzwerk aus Stakeholdern. Ein Erwachsenenbildungsträger führt als Unterauftragsnehmer eine entsprechende Schulungsmaßnahme durch.
Die Finanzierung der Deckung des Lebensunterhaltes sowie die Zuweisung von Teilnehmern erfolgt durch das AMS Kärnten. Fachliche Abstimmung erfolgt im Rahmen eines etablierten Beirates, u. a. gemeinsam mit der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung. Industrielehrstellen werden teilweise speziell von Partnerbetrieben für das Projekt gewidmet. Für Tourismuslehrstellen wird auf ein bestehendes Netzwerk aus Betrieben zurückgegriffen. TeilnehmerInnen sind geflüchtete Menschen mit asylrechtlich positivem Status bis ca. zum 30. Lebensjahr.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Landes Kärnten, des AMS Kärnten sowie des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Die Finanzierung nicht förderbarer Kosten erfolgt durch die Diakonie auf Spendenbasis.

Die Diakonie de La Tour ist mit mehr als 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und rund 90 Einrichtungen in Kärnten, Osttirol und der Steiermark eine der größten Sozial-, Gesundheits- und Bildungsorganisationen im Süden Österreichs.
Mehr als 10.000 Menschen werden stationär und mobil von der Diakonie de La Tour betreut, darunter Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen, Menschen mit Behinderungen und mit Assistenzbedarf, Kinder, Schülerinnen und Schüler, Menschen mit Erkrankungen und Suchtproblematiken, Menschen im Alter sowie Diakonie de La Tour gemeinnützige Betriebsgesellschaft m.b.H., Harbacher Straße 70, 9020 Klagenfurt a. W. Menschen auf der Flucht. Soziales Engagement, orientiert an christlichen Werten, wird bei uns seit über 145 Jahren gelebt.
Die Diakonie de La Tour ist Mitglied der Diakonie Österreich, einem der fünf großen Wohlfahrtsverbände in
Österreich.

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