Atelier de La Tour

  • Außenansicht des Ateliers
  • Klient beim Malen
  • Hand von einem Klienten beim Malen
  • Klient beim Nachdenken
  • Klient beim Feilen eines Holzstammes
  • Drucken eines Kunstwerks
  • Klient beim Zeichnen
  • Klient zieht sich seine Jacke bis zum Kopf
  • Blick auf Bilder im Atelier

Eines der ältesten Ateliers seiner Art

Die Entstehung des Ateliers reicht fast 40 Jahre zurück. Es ist eines der ältesten Ateliers in Österreich, in denen Menschen mit Behinderungen und bildnerischer Begabung eigenschöpferischem Tun vollzeitlich nachgehen. Der mit Down-Syndrom lebende Willibald Lassenberger gab durch seine einprägsamen Zeichnungen den Anstoß zur Grundlegung der Werkstatt. Christl Szepannek als Heimleiterin wählte im Jahre 1976 im Zuge eines hausinternen Wettbewerbs Willibald Lassenbergers Bild eines dreibeinigen Gockelhahns zum heutigen Signet des Ateliers.

Zeichnungen dieses Künstlers gelangten auf Umwegen in die Hände Professor Max Klägers1 in Heidelberg. Er hatte schon Jahre vor dieser Begebenheit sich mit dem Phänomen „Kunst bei intellektuell beeinträchtigen Personen“ in Forschung und Lehre auseinandergesetzt. 

Im Jahre 1980 nahm Prof. Kläger Kontakt mit dem damaligen Rektor Prof. Roland Ratz der Evangelischen Stiftung de La Tour in Treffen/Kärnten auf und bestätigte das künstlerische Talent Willibald Lassenbergers. Durch regelmäßige Beratungsgespräche und Fortbildungsseminare mit kunstbewussten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern konnte er dazu beitragen, dass die Werkstatt einen beispielhaften künstlerischen Status erreicht hat. Im Zusammenhang mit einem werkstattbezogenen Forschungsprojekt veröffentlichte Professor Kläger u. a. zwei monografische Langzeitstudien, die sich mit dem Werk Willibald Lassenbergers (1992) und mit dem Christoph Eders (2002) befassten. Außerdem entstanden in dieser Zeit mehrere Videofilme (einer davon in englischer Sprache). Diese veranschaulichen aus unterschiedlicher Sichtweise die Eigenarten der Persönlichkeit und der Bilderwelt des Willibald Lassenberger.

Viele Jahre hindurch war Willibald Lassenberger der einzige Künstler, der, freigestellt von der sonst üblichen Beschäftigungsarbeit, seine ganz eigene bildnerische Ausdrucksweise praktizieren konnte. Erst Anfang der Neunzigerjahre des vorigen Jahrhunderts fanden weitere Talente eine Vollzeitbeschäftigung im Atelier. So konnten sich eine formale Vielfalt und eine figurale Breite entwickeln, welche die Grundlage der qualitätsbewußten Ausstellungs- und Publikationstätigkeit der Diakonie de La Tour bilden.

Die künstlerische Leistung Willibald Lassenbergers wurde 1998 auch staatlicherseits durch die Verleihung des Ehrenzeichens des Bundeslandes Kärnten gewürdigt.

Zu verschiedensten Anlässen liefert die Werkstatt Vorlagen für Kunstpostkarten, Kunstbilletts, Plakate, Kalender usw. Auch Illustrationsaufträge werden angenommen.

Viele Jahre lagen die Beratung und wissenschaftliche Projektführung bei Prof. Max Kläger. All dies trägt dazu bei, dass die Lebensfreude und schöpferische Spontaneität, die sich in den Bildern aus Treffen widerspiegeln, von einer kulturellen Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Somit bereichern die schöpferischen Menschen im Atelier de La Tour auch die Kunstszene Österreichs.

1 Prof. em. Dr. phil. Max Kläger beschäftigt sich in Forschung und Lehre seit dreißig Jahren mit dem Phänomen Kunst bei intellektuell eingeschränkten Menschen“. Veröffentlichungen in Deutsch und Englisch machten ihn in Fachkreisen bekannt. Internationale Anerkennung wurde ihm 1996 durch die Verleihung des Edwin-Ziegfeld-Preises in den USA zuteil. Seine eigene künstlerische Tätigkeit erstreckt sich auf Druckgrafik und Kalligrafie.

Atelier de La Tour
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christine.stotter(at)diakonie-delatour.at
Mag. Christine Stotter Mag. Christine Stotter

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