Das Bedürfnis verstanden zu werden

Schreibende Hand
13.03.2019 | Menschen mit Behinderungen

Das Bedürfnis verstanden zu werden

Vom A4 Blatt bis zur App – wie Unterstützte Kommunikation das Leben erleichtert

„Anfangs konnte sie nur den Daumen nach oben und nach unten zeigen. Heute ist Sanela in der Lage auf dem iPad Sätze wie: ´Ich bin aufgeregt, denn draußen scheint die Sonne´ zu bilden, zudem ist sie mit Begeisterung auf Facebook unterwegs“, erzählt Tamara Kogler, Beauftragte für Unterstützte Kommunikation aus dem David-Zentrum 2, einer Einrichtung der Diakonie de La Tour.

Gegenseitiges verstehen lernen
Kogler: „Bei uns werden Menschen mit schweren Beeinträchtigungen gefördert. Im Vordergrund steht der Gewinn an Lebensqualität und Lebensfreude. Das wichtigste dabei ist, einen Zugang zum Menschen zu finden. Bei Sanela kam erschwerend hinzu, dass ihre Muttersprache bosnisch ist. Wir haben aber letztlich eine passende Form zur gegenseitigen Kommunikation gefunden.“

Meine Welt auf einem A4-Blatt
„Begonnen hat alles mit einem einfachen A4-Blatt mit Symbolen des täglichen Lebens. Für Sanela hat das so gut funktioniert, dass wir bald auf eine passende App namens Metatalk von LIFEtool, für das iPad umgestiegen sind. Wenn wir mit Sanela sprechen, dann kommunizieren wir auch gleichzeitig über Metatalk mit ihr. Sie freut sich auch immer sehr, wenn sie verstanden wird.“

Autonomiegewinn
Für die 38-jährige, die übrigens auch einen eigenen Facebook-Account hat, bedeutet diese Möglichkeit der unterstützten Kommunikation eine neue Dimension an Freiheit. Kogler: „Sanela kann jetzt beispielsweise sagen, was sie gerne essen möchte oder wann sie auf die Toilette muss oder wenn sie einfach nur ein paar Einblicke in ihre Gefühlswelt geben will…“


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