Oase der Geborgenheit

Schreibende Hand
13.03.2019 | Demenz, Menschen im Alter

Oase der Geborgenheit

Vieles, was früher war, hat sie nach und nach hinter sich gelassen. Mit fortschreitender Demenz ist ihre Welt kleiner geworden, trotzdem scheint Frau F. noch so etwas wie Freude zu spüren.

Die Betten und Liegestühle im dritten Stock des Haus St. Peter, einer Einrichtung für an Demenz erkrankte Menschen der Diakonie de La Tour in Klagenfurt, sind einer großen Fensterfront zugewandt. Wer raussieht, kann draußen ausgelassen spielende Kinder und den Gärtner bei der Gartenarbeit beobachten.

Das Raussehen aus dem Fenster ist das, was jetzt für Frau F. die Welt bedeutet. Vieles, was früher war, hat sie nach und nach hinter sich gelassen. Mit fortschreitender Demenz ist ihre Welt kleiner geworden, trotzdem scheint Frau F. noch so etwas wie Freude zu spüren.  

Frau F. ist hochgradig dement, bettlägerig und intensiv pflegebedürftig. Ihr geht es wie den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern, die in der „Oase“ leben. Die „Oase“ ist ein Gemeinschaftsraum im Haus St. Peter, in dem sich speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die Bedürfnisse von demenzkranken Menschen im fortgeschrittenen Stadium kümmern.

Sonja Wieser, Pflegedienstleitung im Haus St. Peter, erzählt: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die meisten Menschen in dieser letzten Phase der Demenz in der Gemeinschaft am besten entspannen können, weil sie ein großes Bedürfnis nach Nähe haben. Bewohnerinnen und Bewohner, die wir in der Oase begleiten, können sich in der Regel nicht mehr ausdrücken. Trotzdem schätzen sie, wenn wir sie an der Hand berühren, ihnen leise Melodien ins Ohr summen oder sie an frisch gekochten Speisen riechen lassen - sie zeigen uns durch ihre Gestik, Mimik und Körperspannung, wie sie sich fühlen.“ 

Man merkt an der intensiven Rund-um-die-Uhr-Betreuung, dem Licht, den Farben, den Geräuschen und den Gerüchen, dass in der Oase viel zu einer beruhigenden, angstfreien Umgebung beigetragen wird. Wieser: „Es sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für diese Atmosphäre und für das Erfüllen von individuellen Bedürfnissen verantwortlich sind. Am Schluss läuft die Kommunikation nur noch über die Gefühlsebene, etwas, was auch für Mitarbeitende oft sehr bewegend ist, denn die Gefühle, die bleiben bis zum Schluss.“
Fotovermerk: Nadja Meister, Diakonie Österreich

Weitere Infos: Leben mit Demenz


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