TourIK - Tourismus und Integration in Kärnten

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17.06.2019 | Berufliche Integration

TourIK - Tourismus und Integration in Kärnten

Ein Projekt der Vor-Lehre für junge Flüchtlinge als kooperatives Fördermodell gegen den Fachkräftemangel im Kärntner Tourismus. Wir haben mit einer Teilnehmerin über ihre Erfahrungen gesprochen.

Diakonie de La Tour - Flucht

„Ich lerne so gerne“.

Mich strahlt eine sympathische, junge Frau an. Marzieh ist ihr Name und sie ist Teilnehmerin des Projektes „TourIK- Tourismus & Integration in Kärnten“. Dabei handelt es sich um ein einjähriges Ausbildungsprogramm für junge, geflüchtete Menschen - als kooperatives Projekt der FH Kärnten, des Verein TWLab und der Diakonie de La Tour gegen den Fachkräftemangel im Kärntner Tourismus.

Die Grundidee von TourIK ist einfach: Motivierten Menschen mit Fluchterfahrung – sowohl im laufenden Asylverfahren als auch asylrechtlich positiv beschiedenen Menschen – wird ermöglicht, eine Vor-Lehre in einem Mangelberuf, in diesem Fall in der Gastronomie, zu machen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchen ein einjähriges Ausbildungsprogramm an der Fachberufsschule Villach, wo sie optimal auf die zukünftigen Lehrberufe vorbereitet werden. Das hat gleich mehrere Vorteile: zum einen natürlich für die Lehrlinge, die beruflich und gesellschaftlich Fuß fassen, aber auch für die Betriebe, die endlich geeignetes Personal einstellen können.

Marzieh ist eine von vier Frauen, die bei diesem Projekt teilgenommen haben. Die einjährige Schulausbildung absolvierte sie mit Auszeichnung: sie war die einzige, die die Schule mit ausschließlich Sehr gut beendete. „Ich lerne so gerne. In Afghanistan gibt es keine Möglichkeiten für Frauen, etwas zu lernen und sich weiterzubilden. In Österreich haben alle die Chance dazu. Das möchte ich nützen und mir viel neues Wissen aneignen“. Marzieh spricht sehr gut Deutsch. Neben Kursen in der Asylunterkunft der Diakonie gab es auch bei TourIK Deutsch-Unterricht. „Am meisten lernte ich aber dann bei der Arbeit, weil ich dort sprechen musste.“

Ihr erstes Praktikum machte Marzieh bei der Stiftsschmiede in Ossiach. „Ich habe dort eigentlich recht viel machen dürfen. Ich habe Geschirr gespült und geputzt, aber ich durfte auch kochen. Zum Beispiel Fisch, Semmelknödel oder Rindfleisch. Auch Desserts habe ich zubereitet. Es hat mir sehr gut gefallen, die Arbeit machte mir Spaß und alle waren sehr nett zu mir. “

Aktuell arbeitet Marzieh einmal die Woche freiwillig in Klagenfurt. Unbezahlt, da sie sonst aus der Grundversorgung fallen würde. „Ich arbeite jetzt einmal die Woche bei Best of the Rest“. Eine richtige Lehre konnte sie leider aufgrund der geänderten Gesetzeslage noch nicht beginnen – sie braucht zuerst einen positiven Asylbescheid.

In der Zwischenzeit besucht Marzieh mit anderen Asylwerbern, die auch keine Lehre machen dürfen, zusätzliche Ersatzkurse des Projekts TourIK und macht weiterhin ihr Ehrenamt. „Nicht zu wissen, wie es weitergeht - keine Perspektive zu haben, ist sehr schwierig für mich. Ich hoffe sehr, dass ich in Österreich bleiben und arbeiten darf.“

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