Erfolgreicher Start der Diakonie-Kampagne: Für ein gutes Leben mit Demenz

11.04.2019

Erfolgreicher Start der Diakonie-Kampagne: Für ein gutes Leben mit Demenz

Sujet der Demenzkampagne Diakonie

Klagenfurt, 11.04.2019: "Für ein gutes Leben mit Demenz" - unter diesem Titel startete Anfang April die gemeinsame Kampagne von Diakonie und den Evangelischen Kirchen in Österreich.

In den kommenden Wochen dreht sich vieles um das Thema Demenz: TV- und Radio-Spots, Freecards und rund 6.000 Straßenplakate machen in Kärnten und österreichweit auf die neue Kampagne aufmerksam. Mit der Kampagne wollen Diakonie und Evangelische Kirchen dem gesellschaftlich dominanten negativen Bild von Demenz entgegenwirken: Auch wenn vieles schwindet - die Fähigkeit, das Leben zu genießen, bleibt.

Zum Kampagnenstart ging auch ein informatives Portal zum Thema Demenz online (www.demenz.diakonie.at), das eine breite Palette an Angeboten für Menschen mit Demenz und deren Angehörige beinhaltet. Das Informationsportal richtet sich an Betroffene und Angehörige und beinhaltet z. B. auch praktische Tipps zur Alltagsgestaltung und Kommunikation mit Menschen mit Demenz.

In Österreich leben aktuellen Schätzungen zufolge ca. 130.000 Menschen mit einer Form demenzieller Beeinträchtigung. Diese Zahl wird sich bis zum Jahr 2050 voraussichtlich verdoppeln. Mittlerweile stellen Demenzerkrankungen mit ca. 30 Prozent die häufigste Ursache von Pflegebedürftigkeit bei Pflegegeldbezug dar.

„Wir brauchen einen ganzheitlichen, in unserer Terminologie sozialräumlichen Blick auf das Thema Demenz“, so der Rektor der Diakonie de La Tour, Dr. Hubert Stotter. „Zum guten Leben mit Demenz braucht es viel Information, Beratung und Professionalität in der Begleitung von erkrankten Menschen, ihren pflegenden Angehörigen und dem sozialen Umfeld. Nur wenn wir das Umfeld mit einbeziehen, können wir den Bedürfnissen an Demenz erkrankter Menschen gerecht werden.“  

Positive Beispiele aus der Diakonie de La Tour

Das Haus St. Peter der Diakonie de La Tour in Klagenfurt hat sich schon vor Jahren auf die Betreuung und Begleitung von an Demenz erkrankten Menschen spezialisiert. In der stationären Pflege gibt es ein "Drei-Lebenswelten-Modell", in dem Menschen in unterschiedlichen Stadien der Demenz ihren Bedürfnissen entsprechend begleitet werden. Die Angebote reichen von der Förderung der Selbständigkeit und noch vorhandener Ressourcen bei leichter bis mittelgradiger Demenz bis hin zur Begleitung in der Oase, in der Menschen im letzten Stadium der Demenz gepflegt werden. Hier stehen Ruhe und Wohlfühlen und professionelle pflegerische Begleitung im Vordergrund. "Mit diesem Modell haben wir sehr positive Erfahrungen gemacht, weil wir viel individueller und effektiver auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen können. Auch dem Gefühl der Einsamkeit und Ängsten wird mit diesem Konzept  entgegen gewirkt“, so die Pflegedienstleitung des Haus St. Peter, Sonja Wieser.

Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang Beratungsangebote zum Thema Demenz. Im Haus St. Peter findet jeden ersten Mittwoch im Monat von 09:00-12:00 Uhr ein Demenzcafé statt. Diese Veranstaltung wird in Kooperation mit der "Selbsthilfegruppe Alzheimer" und dem Demenz-Kompetenzzentrum „Nussbaum“ organisiert und bietet kostenlose Beratung und Information für Angehörige und Betroffene. Weitere Leistungen wie die mobile Demenzberatung, Demenztrainings und die Demenzbegleitung in den eigenen vier Wänden runden das Angebot der Diakonie ab.

"Eine demenzielle Erkrankung betrifft das ganze Umfeld", so Christine Leyroutz, Demenzexpertin und Gerontopsychologin im Haus St. Peter der Diakonie de La Tour: "Pflegende Angehörige sind enorm gefordert und überfordert, wenn ein Angehöriger an Demenz erkrankt. Es braucht dringend mehr kompetente Beratungsangebote und Interventionsmanagement vor Ort, mehr Wissen über die Erkrankung bei allen, die betreuen und pflegen und Entlastung für Familien. Es gilt dafür zu sorgen, dass Familien früher Hilfe in Anspruch nehmen und dadurch sowohl für den Betroffenen als auch für den pflegenden Angehörigen die Lebensqualität so lange als möglich zu Hause gewährleistet ist“, so Leyroutz.

Die Diakonie de La Tour hat dazu auch ein Demenz-Infotelefon eingerichtet: Unter der Telefonnummer +43 664 88963191 kann man von Montag bis Freitag von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr kompetente Beratung und Information erhalten.

Die Kampagne "Für ein gutes Leben mit Demenz" wird bis in den Herbst 2019 laufen.

Die Diakonie de La Tour ist mit mehr als 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und rund 90 Einrichtungen in Kärnten, Osttirol und der Steiermark eine der größten Sozial-, Gesundheits- und Bildungsorganisationen im Süden Österreichs. Mehr als 10.000 Menschen werden stationär und mobil von der Diakonie de La Tour betreut, darunter Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen, Menschen mit Behinderungen und mit Assistenzbedarf, Kinder, Schülerinnen und Schüler, Menschen mit Erkrankungen und Suchtproblematiken, Menschen im Alter sowie Menschen auf der Flucht. Soziales Engagement, orientiert an christlichen Werten, wird bei uns seit über 145 Jahren gelebt. Die Diakonie de La Tour ist Mitglied der Diakonie Österreich, einem der fünf großen Wohlfahrtsverbände in Österreich.  

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