Fünf Fragen an die Sozialpädagogin ...

Fünf Fragen an die Sozialpädagogin ...

Sozialpädagogin Anita Gradenegger bei der Arbeit

Anita Gradenegger arbeitet für die Diakonie de La Tour in der Sozialpädagogischen Familienbetreuung. Als systemischen Lebens- und Sozialberaterin bzw. Sozialpädagogin begleitet sie Familien bei der Bewältigung von Alltagsproblemen und bei der Lösung von Konflikten. 

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf am meisten?
Am meisten gefällt mir die abwechslungsreiche Tätigkeit bzw. die Vielseitigkeit der Aufgaben in den zu betreuenden Familien. Sehr von Vorteil ist die selbstständige Einteilung der Kontakte/Termine (kein Dienstplan!). Als systemische Lebens- und Sozialberaterin bzw. Sozialpädagogin liebe ich es den Blick auf ein ganzes Familiensystem zu haben und trotzdem sehr individuell mit jedem einzelnen Familienmitglied zu arbeiten. Meine Unterstützung orientiert sich am Alltag und der Lebenssituation der Familien. Gemeinsam arbeite ich mit den Familien an Lösungen und neuen Perspektiven. Gewinnbringend ist eine gute Vernetzung mit allen beteiligten Personen bzw. Institutionen (z.B. Kindergarten, Schule, Ärzte und natürlich mit der Kinder- und Jugendhilfe). Sehr oft fügen sich damit viele Puzzleteile zu einem ganzen zukunftsorientierten Bild zusammen. Ich liebe es nach Ressourcen und Fähigkeiten in den Kindern und deren Angehörigen zu suchen und nach Möglichkeit zufördern und zu stärken. Mein Spruch lautet immer: "Blühe dort, wo Gott dich hingesät hat". Ich blühe sehr gerne in meinen Familien, und bin Gott sehr dankbar für meine wundervolle Tätigkeit. Mein Beruf ist meine Berufung.

Was ist das Schwierigste an Ihrem Job?
Am schwierigsten ist es manchmal die Termine in den Familien so zu koordinieren, dass keine "Stehzeiten" bzw.  unnötige Kilometer gefahren werden. Manchmal ist es auch schwierig, die Familien davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, die vereinbarten Ziele konsequent umzusetzen bzw. weiterzuführen. Es kann vorkommen, dass die Familie die Betreuung als belastend erlebt, weil das vereinbarte Ziel oft als schwierig und schwer erreichbar erlebt wird.

Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?
Je nachdem wie ich die Kontakte in den Familien terminisiert habe, starte ich morgens zwischen 8:00/9:00 Uhr, selten ohne vorher einige Telefonate zu führen (Kinder- und Jugendhilfe, Eltern, Vernetzungsgespräche usw.). Ich fahre entweder direkt in die Familien oder begleite/unterstütze sie bei diversen Terminen (Arzt, Ämter, Besorgungen usw.). Manchmal kann es auch vorkommen, dass seit dem letzten Kontakt sich einiges verändert bzw. eine neue Problematik aufgetan hat. Dies erfordert viel an Flexibilität und Problemlösungskompetenz. Ein gutes Bauchgefühl ist immer von Vorteil. In den Familien wird an den vereinbarten Zielen gearbeitet z.B. Haushaltsführung, Versorgung der Kinder, sinnvolle Freizeitgestaltung, abwechslungsreiche Ernährung, erstellen eines Haushaltsplanes, Klärung der finanziellen Angelegenheiten, gemeinsames Ausfüllen von Anträgen, adäquate Förderungen der Kinder, Umgang mit Krisen, sowie Unterstützung in Erziehungsfragen, stärken der Elternrolle und vieles mehr. Die Tagesarbeitszeit ist sehr unterschiedlich. Je nachdem wie viele Familie ich betreue, arbeite ich zwischen 6 - 8 Std. tgl. manchmal auch weniger, manchmal auch mehr.

Warum haben Sie sich für die Diakonie de La Tour als Arbeitgeber entschieden?
Über KollegInnen habe ich von der Sozialpädagogische Familienbetreuung bei der Diakonie erfahren. Schon nach dem ersten Telefonat mit der Teamleitung Frau MMag. Dr. Praxl freute ich mich auf ein persönliches Gespräch und hoffte auf eine Einstellung bei der Diakonie. Nach dem persönlichen Kennenlernen bzw. nähere Einblicke in den Leitgedanken der Diakonie und die Arbeit in der SFB, war für mich klar, da möchte ich arbeiten und meine Berufserfahrung verwirklichen. Die Diakonie -als wertschätzender Dienstgeber mit einer traditionsreichen Geschichte - hat meine Entscheidung sehr beeinflusst. Ein tolles Team und eine hervorragende, kompetente und menschliche Teamleitung ergeben ein tolles Gesamtbild. 

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es in der Diakonie de La Tour mit Ihrer Ausbildung?
Die Diakonie bietet sehr viel an Fort-, Weiterbildungen an. Entwicklungsmöglichkeiten und Veränderungen sind in vielen Bereichen möglich.