Fünf Fragen an die Ärztin ...

Fünf Fragen an die Ärztin ...

Im Interview: Dr. Patricia Walentiny, die als Ärztin im Krankenhaus Waiern, Patientinnen und Patienten bei ihrer Genesung unterstützt.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf am meisten?

Es gibt viele Dinge, die mir bei meiner Arbeit gefallen: einerseits die abwechslungsreiche Arbeit, da ich mich bei meinen Patienten nicht nur um die internistischen Probleme kümmere, sondern mir fächerübergreifend Gedanken machen muss, da ich nicht jeden Patienten wegen Kleinigkeiten auf einer anderen Abteilung vorstellen kann, ich lerne somit wie ein Allgemeinmediziner handeln. Weiters wird mir hier die psychotherapeutische Ausbildung ermöglicht, für die ich mich bereits seit dem Studium interessiere. Andererseits herrscht in unserem Haus ein familiäres Klima bei abgeflachter Hierarchie – ich bin hier mit jedem per du, was eine angenehme Atmosphäre bringt, und lustig ist bei uns auch sehr oft, was uns alle bei der Arbeit sehr motiviert.

Was ist das Schwierigste an Ihrem Job?

Bei einem schwerkranken Patienten einzusehen, dass keine Therapie mehr greift; wenn mir bewusst wird, dass ich den Kampf gegen den Tod verloren hab und ich den Patienten nur mehr palliativ begleiten kann.

Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?

Mein Dienst beginnt um 8:00 mit der Morgenbesprechung, wobei ich sehr gerne ¼ Stunde früher komme, um mit den AmbulanzpflegerInnen einen Kaffee zu trinken und Neuigkeiten austausche. Anschließend bin ich oft für die Gastroskopie eingeteilt. Dann bereite ich mich auf meine Visite vor, lese die letzten Befunde durch sowie die Dekurse der Pflege und der Ärzte vom letzten Nachtdienst. Dann gibt’s auf der Akutgeriatrie Frühstück und Kaffee anschließend die Patientenvisite. Dann schau ich mir die Laborbefunde an und mache Bauch- und Herzultraschälle. Zwischendurch setz ich mich mit den FachärztInnen zusammen wenn ich bei einer Diagnostik- oder Therapiefrage nicht weiterkomme. Mittwochs um 12:00 nehme ich an der Geriatriebesprechung teil. Um 13:00 ist dann der Mittagstisch unserer Ärzte, wo dem diensthabenden Arzt eine Übergabe der Station gemacht wird.

Warum haben Sie sich für die Diakonie de La Tour entschieden?

Ich habe vor Jahren bereits ein Jahr von meinem Turnus im KH Waiern absolviert, damals hat es für die Kärntner Krankenhäuser noch lange Wartezeiten gegeben. Ich habe also über alle Krankenhäuser nachrecherchiert, wobei mir an Waiern die gute Turnusevaluierungsbenotung aufgefallen ist, sowie dass es eine psychosomatische Abteilung gibt, und mich dieser Bereich bereits seit langem interessiert. Außerdem wollte ich unbedingt in einem kleinen Haus arbeiten. Ich habe die Ausbildung dann in anderen Krankenhäuser beendet und wurde plötzlich vom Primararzt kontaktiert, ob ich kein Interesse hätte wieder zurück zu kehren, da ich in guter Erinnerung geblieben wäre, und dringend Sekundarärzte gesucht würden. Das fand ich sehr nett, die Entscheidung wieder hierher zurück zu kommen fiel mir gar nicht schwer, obwohl ich zuerst sogar eine andere Stelle in Aussicht hatte.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es in der Diakonie de La Tour mit Ihrer Ausbildung.

Ich würde sagen, ich hab mich bereits sehr viel entwickelt, mehr als ich es noch vor 1 Jahr für möglich gehalten habe. Ich habe als Sekundarärztin begonnen, habe ein paar Monate später bereits eine Assistentenstelle für Innere Medizin erhalten, und bin als Notärztin tätig geworden – allerdings besetzen wir seit Anfang diesen Jahres vom Krankenhaus aus keine Notarztdienste mehr – ich fahre jetzt hin und wieder freiwillig mit. Außerdem werde ich meine Psychotherapieausbildung hier fortsetzen können. Ich erhalte hier eine sehr gute Basis für mein Berufsziel als praktische Ärztin.