Fünf Fragen an den Fachsozialbetreuer …

Fünf Fragen an den Fachsozialbetreuer …

Martin Sabitzer

Fünf Fragen an den Fachsozialbetreuer …

Im Interview: Martin Sabitzer, der als ausgebildeter Diplomsozialbetreuer, gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen in der Diakonie-eigenen Papier- und Grafikwerkstätte, Papier Creativ, arbeitet.

Was gefällt ihnen an ihrem Beruf am meisten?

Die Arbeit mit dem Menschen, mit ihren Eigenheiten und Einzigartigkeiten.
Die Liebe und Dankbarkeit die man von unseren Leuten zurückbekommt.Und das man seine Kreativität und seine Talente sehr gut in die Arbeit miteinfließen lassen kann.

Was ich am meisten an den Menschen mit Beeinträchtigung schätze ist, dass sie alle Menschen inklusive sich selbst so nehmen wie sie sind. Das heißt, es wird nicht darauf geschaut ist jemand reich oder arm, dick oder dünn, groß oder klein, hübsch oder hübscher, sondern es zählen im Wesentlichen nur der Charakter des Menschen und seine Art mit Mitmenschen umzugehen.

Was ist das Schwierigste an Ihrem Job?

Schwierig ist für mich persönlich das falsche Wort, ich würde eher sagen was ich wichtig finde für Mitarbeiter im sozialen Bereich. Wichtig ist es, dass man sich gut abgrenzen kann und keine Probleme mit nach Hause nimmt. Ich glaube eine Grundvorrausetzung mit Menschen mit Beeinträchtigung zu arbeiten ist, dass man selber psychisch stabil ist. Und man sollte sich immer bewusst sein, dass das Klientel, das wir betreuen, meist eine geistige Beeinträchtigung hat und die damit verbundenen, oft schwierigen Eigenschaften oder Eigenheiten zu ihrem Krankheitsbild gehören.

Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?

Ich arbeite im Davidzentrum 3 in der Gruppe Papier Creativ. Wir sind ein Copyshop und Grafikwerkstätte und haben mittlerweile viele Aufträge intern und extern. Wir machen alles was mit Papier zu tun hat z.B. (Visitenkarten, Flyer, Plakate, Speisekarten, Kopien, Drucke, Parten und Gedenkkarten, Billets für Weihnachten, Geburtstag, Ostern, Diplomarbeiten binden, Spiralblöcke, kleine graphische Gestaltungen uvm.). Mir ist es am wichtigsten, dass unser Klientel eine sinnvolle Beschäftigung hat. Ein Kollege von mir hat mir mal gesagt: „Keiner ist behindert wenn er gemäß seinen Fähigkeiten eingesetzt wird“. Meine Aufgabe ist es, diese Fähigkeiten gemeinsam mit dem Klienten zu entdecken, zu erlernen, zu fördern und zu erhalten. Unsere fleißigen Mitarbeiter machen Arbeiten wie z.B. (kopieren, laminieren, spiralisieren, heften, lochen, klammern, binden, sortieren, Postfertigungen usw.).

Warum haben sie sich für die Diakonie de La Tour als Arbeitgeber entschieden?

Ich wollte damals auf keinen Fall zum Bundesheer und habe mich deshalb für den Zivildienst entschieden. Außerdem habe ich mich für die Arbeit mit Beeinträchtigten interessiert und es war mein Wunsch, dass ich als Zivi ins Davidzentrum kommen und dieser Wunsch wurde mir  seitens der Diakonie auch erfüllt. Im Zivildienst ist mir bewusst geworden, dass mir die Arbeit mit Menschen besser gefällt als das Tischlerhandwerk, dass ich allerdings gut einfließen lassen konnte.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es in der Diakonie de La Tour mit ihrer Ausbildung?

Die Diakonie bietet immer wieder Fort- und Weiterbildungen für die Mitarbeiter an. Ich persönlich habe mich mit diesem Thema noch nicht auseinandergesetzt, da mir der Bereich in dem ich arbeite gut gefällt und ich mit meiner jetzigen Anstellung zufrieden bin.