Fünf Fragen an den Seelsorger ...

Fünf Fragen an den Seelsorger ...

Seelsorger Alfred Schnitzer

Von Anfang an gehörten Verkündigung und Seelsorge zu den zentralen Aufgaben im diakonischen Alltag. So wollten es auch die Gründerpersönlichkeiten der Diakonie in Kärnten, Elvine Gräfin de La Tour in Treffen und Pfarrer Ernst Schwarz in Waiern. Heute stehen ausgebildete Kräfte für Seelsorge und spirituelle Begleitung, Gottesdienst und Lebensrituale zur Verfügung. Diese „Angebote an den ganzen Menschen“ ergänzen die professionellen Dienste in allen Bereichen. Alfred Schnitzer beantwortet in fünf Frage warum er diesen beruflichen Weg eingeschlagen hat.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf am meisten?

Im Rahmen der pastoralen Dienste darf ich Menschen auf ihren Weg mit Gott begleiten.

Es ist für mich jedes Mal eine schöne Erfahrung zu erleben, wie der Leben schenkende Gott Menschen bewegt und in Lebenssituationen hinein wirkt. Ich erlebe, dass ich eingebunden bin in ein Sehnen  Gottes nach den Menschen. Dabei begegne ich Menschen aus allen Fachbereichen und kann meinen vielseitigen Dienst in Eigenverantwortung gestalten.

Was ist das Schwierigste an Ihrem Job?

Als Seelsorger bin ich herausgefordert  mit den persönlichen und zeitlichen Ressourcen gut umzugehen, denn der Bedarf an Begleitung und Seelsorge ist groß.

Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?

Jeder Tag ist so neu und anders, dass es nie eintönig wird. Neben Andachtsvorbereitungen und regelmäßigen Gottesdiensten in den Häusern bin ich unterwegs zu BewohnerInnen, KlientInnen, PatientInnen und MitarbeiterInnen. Ich spreche mit einer Dame im Altersheim über ihre Lebenssorgen, die sie gerade plagen. Ermutigt durch die gemeinsame Zeit und einem biblischen Zuspruch will sie weiterhin auf ihren Gott vertrauen. Nach einem Gespräch über Versagen und Angst im Leben, begleite ich einen Patienten im KH deLaTour in die Kapelle, wo dieser symbolisch mit einer Kerze seine neue Hoffnung ausdrückt. Am Nachmittag feiern wir mit reger Beteiligung der KlientInnenen aus dem Bereich Menschen mit Behinderungen einen lebensfrohen Geburtstagsgottesdienst in der Werkstätte Meierei.

Warum haben Sie sich für die Diakonie de La Tour als Arbeitgeber entschieden?

Schon einmal arbeitete ich für einige Jahre mit meinem Grundberuf in der Diakonie Treffen, und lernte so den Betrieb schätzen. Für mich fühlt es sich gut an in einem Bereich der evangelischen Kirche zu arbeiten, denn für mich ist gelebte Nächstenliebe ein hoher Wert. Ich kann mich mit meinen  Glauben und mit meinen Begabungen einbringen,  und dabei auch positive  Resonanz auf mein Tun erleben. 

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es in der Diakonie de La Tour mit Ihrer Ausbildung? 

Durch die Vielfältigkeit innerhalb der Diakonie, ist es möglich sich in Fachthemen zu vertiefen, aber auch eigene Angebote im Bereich der christlichen Spiritualität einzubringen.