Fünf Fragen an eine Teamleiterin der Hospizbewegung …

Fünf Fragen an eine Teamleiterin der Hospizbewegung …

Elisabeth Sagerschnig

Sie begleiten Menschen deren Leben zu Ende geht. Sie sprechen mit ihnen über ihre Sorgen, Ängste, Wünsche und Hoffnungen. Sie lachen und weinen gemeinsam. Und sie sind auch für deren Angehörige stets ein wichtige Stütze. Es sind die vielen ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und –Begleiter. Eine von ihnen ist Elisabeth Sagerschnig, die zudem  noch Teamleiterin des Mölltaler Hospizteams ist.

Was gefällt Ihnen am meisten in Ihrer Funktion?
Zum einen macht Hospizarbeit einen tiefen Sinn und es gibt meist tiefgründige Begegnungen mit Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Damit gewinne ich mehr Bewusstheit für mein eigenes Leben und es erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit, dass ich Menschen begleiten darf, um einfach da zu sein und die allgemeine Befangenheit rund um Sterben und Tod ein wenig zu “lichten“.  Andererseits schlägt mein Herz für Menschen, die einen Teil ihrer Lebenszeit anderen Menschen zur Verfügung stellen. Als Teamleiterin macht es mir Freude, ein Team  zu haben, eine Insel,  wo Hospizbegleiterinnen vor allem Gemeinschaft, Unterstützung und Bestärkung erfahren, wenn sie sich ehrenamtlich einbringen.  

Was ist das schwierigste  an ihrem Job?
Als Teamleiterin bin ich u.a. auch zuständig, dass unsere Hospizbegleiterinnen „ankommen“. Damit Anfragen für Begleitungen an das Team herangetragen werden, von Pflegeeinrichtungen, der mobilen Pflege bzw. von Privatpersonen sind Kontakte immer wieder neu aufzubauen und zu pflegen. Als Hospizbewegung präsent zu sein, Vertrauen in d er Öffentlichkeit aufzubauen um Hürden bei Anfragen zu überwinden, ist immer mühevolle Kleinarbeit. Das wichtigste in einem Team ist, dass die Hospizbegleiterinnen gefragt sind und sich einbringen dürfen, das ist oft eine Herausforderung.   

Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?
Mein monatlicher Alltag ist gut strukturiert. Jeden ersten Donnerstag des Monats pflegen wir unsere Teambesprechung, die ich organisatorisch wie inhaltlich vorbereite und leite.  Es geht sowohl um organisatorischen Austausch als auch um Reflexion der Hospizmitarbeiterinnen. Es gilt aufzuspüren, was das Team und einzelne Hospizbegleiterinnen brauchen, damit wir an den Begleitungen auch „wachsen“ können, den unterschiedlichen Anliegen gewachsen sind. Demnach gestalten wir dann die internen Weiterbildungsschwerpunkte. Dazu kommen die regelmäßigen Sterbe- und Trauerbegleitungen, einmal monatlich die Heimkontakte und andere Öffentlichkeitsarbeit wie Veranstaltungen, regelmäßige Zeitungskontakte sowie zweimal jährlich TeamleiterInnentreffen.

Warum haben Sie sich für die Hospizbewegung entschieden? 
Die Hospizbewegung Kärnten ist die erste, älteste und größte Hospizbewegung im Land und meines Erachtens am besten vernetzt und strukturiert. Es gibt wertvolle Weiterbildungsmöglichkeiten und eine gute Teamentwicklung.  

Welche Entwicklungsmöglichkeiten  gibt es  mit ihrer Ausbildung? 
Die Ausbildung ist wertvoll für zwischenmenschliche Beziehungen im Allgemeinen. Menschen zu begegnen, sich berühren und berühren lassen,  sich weiterbilden, lebenslanges Lernen hält jung und fit und sind eine Bereicherung für die eigene Entwicklung.