Galerie de La Tour

Blick auf den Innenraum der Galerie de La Tour

Ausstellung

MAX KLÄGER - Radierungen
in der Galerie de La Tour, Klagenfurt

Max Kläger

Geboren 1925 in Stuttgart. Max Kläger erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste München und in der Kunstabteilung der Universität von Minnesota, USA. Er ist Ehrenmitglied des seit 1891 bestehenden Vereins für Originalradierung München. Er beteiligt sich an Ausstellungen in der vereinseigenen Galerie, wie auch an Wanderausstellungen im In- und Ausland. Einzelausstellungen fanden u.a. an der Universität von Minnesota, Minneapolis, an der Stanford Universität in Kalifornien, sowie in Durban, Südafrika statt. Seine Tätigkeit als Grafiker schließt auch die Gestaltung von Serigraphien/Siebdrucken, Plakaten, Kalligraphien, Infoblättern und Malheften für Kinder mit ein.

ANMERKUNGEN zu Max Klägers Druckgrafik

Die Faszination der auf dem Tiefdruckprinzip beruhenden Radierkunst – im Unterschied zum Holzschnitt, der ein Hochdruckverfahren darstellt – liegt darin, dass der Grafiker sein Produkt ausgesprochen persönlich, ja sozusagen intim mit den eigenen Händen gestaltet und dabei sich strikt an die Einheit von Entwurf und Ausführung gebunden fühlt. Er vernachlässigt den möglichen Reproduktionscharakter dieses Verfahrens. Strich, Schraffur, Grat, Tonabstufung, Linienbündelungen, Flächenform und Figuration sind die Stichworte für eine gezielte Anwendung der Darstellungsmittel.

Die Radierkunst erfordert eine hohe technisch bedingte Disziplin während des Gestaltungsvorgangs. Das so entstandene linear bestimmte Kunstwerk könnte man auch als eine Art „Kammermusik“ bezeichnen, zum Unterschied zu einer vielschichtigen Malerei, der dann die Bezeichnung „Orchester“ zustünde. Charakteristisch ist es auch, dass der Tiefdruckkünstler während des formgebenden Einsatzes der Radiernadel äußerst klare und dabei variable Gestaltvorstellungen haben muss, denn ein Ausbessern der schon tief in die Zinkplatte eingeritzten Bildelemente ist kaum noch möglich.
Max Kläger zeigt in der Galerie de La Tour in Klagenfurt hauptsächlich Kaltnadelradierungen. Hier werden die Vertiefungen mittels einer „kalten“ Nadel, d.h. ohne Hilfe einer ätzenden Säure, hergestellt. In seiner Kunst kommt ein intensives Bemühen um die Prägnanz und Ausdruckskraft des Organisch-Figürlichen zum Vorschein. Die auf der spiegelglatten Oberfläche einer Zinkplatte verlaufenden Umrisse verdichten sich zu räumlich wirkenden Binnenzeichnungen und zu differenzierten hell-dunkel Flächen.

Die Themen, die der Künstler behandelt sind weit gestreut. Seit einiger Zeit fasziniert ihn die machtvolle Vielgestalt und Symbolik des Baumes, sowie die unerschöpfliche Fülle von Falten und Faltenwürfen (man denke an Spätgotik, Barock oder Jugendstil). In manchen seiner Bilder befasst er sich mit dem Formenpotential, das in Rückenfiguren liegt und oft Charakterein-sichten ermöglicht, welche die Frontalität nur unzureichend gewährt. Der sinnliche Reiz der mit Stoff und Leder gepolsterten japanischen Samurai-Rüstungen sowie die symbolischen Abenteuer des Don Quixote und des Sancho Pansa bilden gegenwärtig weitere Schwerpunkte des grafischen Tuns. In diesen und anderen, z.T. historischen Themen (z.B. die „Kolomea-Serie“, in welcher das tragische Schicksal der jungen kärntner Männer im Galizien des Jahres 1915 angesprochen wird), drückt sich ein tiefes Mitempfinden mit dem Kreatürlichen in dieser Welt aus, wobei die Trauer, die sich damit verbindet, durch einen Hauch von gestalterischer Ironie gemildert wird.

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